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Nolidae |
| Nolidae - Typenverzeichnis |
| Über (1) Nolidae Der Umfang der Familie Nolidae, die zur Überfamilie Noctuoidea gehört, ist in der Systematik großen Schwankungen unterworfen. Im weiten Sinne gehören auch u. a. die früher bei den Eulenfaltern (Noctuidae) eingeordneten Unterfamilien Sarrothripinae, Chloephorinae und Camptolominae zu den Nolidae (KITCHING & RAWLINS, in KRISTENSEN, [1998]) 1. Die Nolidaeim weitesten Sinn haben als Kennzeichen, dass deren Raupe in fast allen Fällen eine schlitzförmige Ausschlupföffnung beim Spinnen des Kokons vorbereitet. Daher haben die Kokons die Form eines umgekehrten Kahnes. Hier werden die Nolidae in der herkömmlichen Weise auf die klassischen Nolidae beschränkt und die verwandten Gruppen ausden ehemaligen Noctuidae nicht einbezogen. Im neuen System bilden die "Nolidae im Sinne der Alten Autoren" wie z.B. SEITZnur eine Unterfamilie Nolinae der Familie Nolidae. Nur diese Nolinae sind und bleiben Gegenstand der revidierenden Bearbeitung im Museum WITT. Die Nolidae sind eng verwandt mit den Noctuidae und werden von vielen Autoren auch in diese Familie einbezogen. Während die Taxonomie der Nolidae s. str. in Europa weitgehend geklärt ist, ist im asiatischen und orientalischen Faunengebiet noch nie eine Revision erfolgt. Material dieser Familie ist in Museen und Sammlungen aufgrund des kleinen und unscheinbaren Habitus ihrer Vertreterstets in geringer Arten- und Individuenzahl vertreten. Die Expeditionen der letzten Dekade des 20.Jahrhunderts brachten sehr umfangreiches Material ins Museum WITT, dessen Determination sich zunächst allerdings auf der Basis des heutigen Stands der Kenntnis als undurchführbar erwies. Nachdem die Fotodokumentation des Nolidae-Typenmaterials schon relativ weit fortgeschritten war, lag die Entscheidung nahe durch gezielte Forschungsaufenthalte an den relevanten Museen, allen voran am Britischen Museum, den Typenbestand weiter zu erfassen, um die Basis für die Determination des Materials zu schaffen. Diese Aufgabe wurde von den beiden korrespondierenden Spezialisten Gyula M. LÁSZLÓ und Gábor RONKAY, Budapest, aufgegriffen. Angesichts des reichhaltigen Expeditionsmaterials, das zu einem großen Teil von den beiden Kollegen selbst gefangen worden ist, konnten diese schließlich für eine revidierende Bearbeitung der Familie Nolidae (Nolinae) gewonnen werden. Nach mehreren Jahren des Typenstudiums wurde den Autoren die Reichhaltigkeit des vorhandenen Expeditionsmaterials bewusst,in dem nach vorsichtiger Schätzung mehr als 200 neue Arten der Beschreibung harren. Gezielt wurde daraufhin eine Expedition in die besonders an Nolinae-Arten reiche Region des indochinesischen Subkontinents durchgeführt, um die bisher noch völlig unbekannte Fauna von Cambodscha zu erforschen. Die Ergebnisse übertrafen die Erwartungen und brachten eine weitere Zahl neu zu beschreibender Arten. Die Revision der Nolinae wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen. Ihre Publikation ist langfristig als Band in der Reihe .The WITT Catalogue" vorgesehen, für die derzeit insgesamt eine moderne, den heutigen taxonomischen Methoden gerecht werdende Art der Darstellung diskutiert und erarbeitet wird. Die Buchreihe wird auf dieser homepage unter "Projekte" vorgestellt. Die ersten Ergebnisse wurden und werden in der in zwangloser Folge erscheinenden fortlaufend numerierten Publikationsreihe"Investigations on Asian Nolidae I.-x" in der Fachzeitschrift Entomofauna publiziert: LÁSZLÓ, G.M. & G.RONKAY & T.WITT -2004. New Species in the Genus Sarbena WALKER, 1862 (Lepidoptera, Nolidae). Investigations on Asian Nolidae I. -Entomofauna 25:281 - 294. Die anschließenden Publikationen können fortlaufend der Autobibliographie Thomas WITT entnommenwerden. Korrespondierende Wissenschaftler: G. RONKAY, Budapest Gyula M. LÁSZLÓ, Budapest 1) KITCHING, I J. & RAWLINS, J. E. [1998]. The Noctuoidea. In KRISTENSEN, N. P. (ed.). Lepidoptera, moths and butterflies, vol. 1: evolution, systematics, and biogeography (Handbuch der Zoologie [founded by Willy KÜKENTHAL; ed. FISCHER, M.], Band 4, Teilband 35), pp. 355-401. Walter DE GRUYTER, Berlin. |