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Cossidae |
| Cossidae - List of Type |
| On (26) Cossidae Die Familie ist weltweit mit etwa 700 Arten verbreitet. Die Falter sind meist unscheinbar gezeichnet und von grauer und brauner Grundfarbe. Der Hinterleib ist lang und kann beträchtliche Ablagerungen von Fett aufweisen was dazu führt daß die Falter in der Sammlung „verölen“, d.h. daß das Fett im Laufe der Zeit den gesamten Falter einschließlich der Flügel durchdringt. Solche Falter sind dann unansehlich und für eine Beurteilung ihrer Farbe und Flügelzeichnung nicht mehr geeignet. Es sind verschiedene Methoden entwickelt worden mit dem Ziel den Faltern das Fett zu entziehen. Die gebräuchlichste ist es den Falter in einem geschlossenen Gefäß in chemisch reines Benzin (kein Benzin für Kraftfahrzeuge da dieses Farbstoffe enthalten kann die den Falter verändern) zu legen das dem Falter das Fett entzieht. Da das Fett sich im Benzin löst, was man an der Färbung erkennen kann, ist darauf zu achten daß stets frisches Benzin verwendet wird. Bei größeren Faltern ist es ratsam diese über Tage im Bad zu belassen und die Prozedur mehrmals zu wiederholen um auch zunächst äußerlich nicht erkennbare Fettreserven im Inneren des Abdomens zu lösen, die anderenfalls über kurz oder lang wieder zum „Verölen“ des Falters führen würden. Nach der Entnahme aus dem Bad trocknen die Falter schnell ab und ihre Körperbehaarung muß dann mit einem feinen Pinsel wieder aufgelockert werden. Neben Benzin, das relativ teuer ist, werden auch wesentlich wirksamere Mittel wie Aceton, Trichloräthylen u.ä. angewendet. Wegen ihrer stark cancerogenen Wirkung auf das menschliche Atemsystem ist vom Arbeiten mit diesen Stoffen dringend abzuraten wenn man nicht über ein professionell mit Entlüftungssystem ausgestattetes Laboratorium verfügt. Cossidae sind in „veröltem“ Zustand für eine Diagnose ihrer Färbung und Zeichnung nicht zu gebrauchen. Auch wenn die Verölung nicht so stark fortgeschritten zu sein scheint weicht das Aussehen vom frischen Zustand des Falters erheblich ab. Es sind Fälle bekannt geworden bei denen die Beschreibung auf Grund verölter Individuen vorgenommen wurde und ein nachträgliches Entölen des Typenmaterials dann eine von der Originalbeschreibung stark abweichende Diagnose ergab, so daß die Beschreibung und Abbildung der Arten neu erstellt werden musste. Eine Bearbeitung von Vertretern der Familie Cossidae ist ohne die gewissenhaft durchgeführte Vorarbeit des Entölens nicht möglich. Eine erste systematische Gliederung der palaearktischen Vertreter der Familie wurde von Franz DANIEL Mitte des 20.Jahrhunderts nach dem Bau der Fühler als Hauptmerkmal vorgenommen und in einer aus 8 Lieferungen bestehenden „Monographie der palaearktischen Cossidae“ in den Jahren 1954 bis 1965 in den Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft veröffentlicht, wobei alles zur damaligen Zeit zugängliche Museumsmaterial ausgewertet wurde. Die Sammlung DANIEL war daher zu diesem Zeitpunkt die umfassendste Dokumentation der palaearktischen Vertreter dieser Familie. Erst Ende des 20.Jahrhunderts erfuhr die Familie eine neue Bearbeitung unter Einbezug der Genitalarmaturen als weiteres Merkmal durch Johan Wilem SCHOORL. Die jetzt weltweite Bearbeitung der Gattungstypen durch SCHOORL führte zu einer neuen systematischen Einteilung. Beginnend mit der Zusammenarbeit mit DANIEL bei der Übernahme dessen Sammlung begann WITT systematisch alles erreichbare Cossidae-Material zusammen zu tragen so daß Ende der 90er Jahre ein Fundus von 150-200 Kästen unbearbeiteter Falter zur Verfügung stand. Zu diesem Zeitpunkt kam es dank der Vermittlung durch Dr.Vadim ZOLOTUHIN zur Kooperation mit Roman YAKOVLEV, Barnaul, der sich seit einigen Jahren auf Cossidae spezialisiert hatte. Dieser begann mit der Auswertung des umfangreichen Materials und es zeigte sich mit den Jahren daß die neu zu gewinnenden Erkenntnisse eine weitere, neue Revision der Familie notwendig machen. Systematisch wurden von YAKOVLEV alle bedeutenden Museen aufgesucht um deren Typenmaterial und Sammlungen aufzunehmen. In zahlreichen Veröffentlichungen publizierte Roman YAKOVLEV bereits seine Ergebnisse und seine Forschungen werden sich noch über viele Jahre erstrecken. Eine weltweite Monographie der Cossidae als Ziel dieser Forschungstätigkeit nimmt langsam Gestalt an. |